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WALL – Wohnen, Arbeiten und Leben am Lessingplatz

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Das ehemalige Volkshochschulgebäude erstreckt sich vom Friedrichswall im Süden zum Kubus im Norden über ein Fragment der Stadtmauer, welches die Erdgeschosszone untergliedert. Wesentlicher Bestandteil der Analyse war der Umgang mit den historisch bedeutsamen Relikten der mittelalterlichen Stadtmauer mit den Grundetagen des Borgentrickturms aus dem 14. und einer Ausmauerung aus dem 16. Jahrhundert im Foyer der VHS. Da keine weiteren Öffnungen in der Mauer zugelassen sind, ist ausschließlich eine Unter- oder Überquerung möglich. Diesem Umstand ist eine der wesentlichen Änderungen geschuldet: die zukünftige Gebäudenutzung und logische Erschließung des Baukörpers hat zur Folge, das Gebäude in zwei Baukörper zu unterteilen. Der Baukörper A im Süden zum Friedrichswall ist ausschließlich der Büronutzung vorbehalten. Die Büros werden über eine neugestaltete Eingangshalle erschlossen, können aber zusätzlich über einen neugeschaffenen Eingang über das Treppenhaus betreten werden. Dies hat zur Folge, dass die Lobby bei Bedarf unabhängig bespielt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden kann.

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Dieser „Graben“ ermöglicht hier außerdem einen weiteren Zugang zu den notwendigen Nebenflächen wie Sanitäranlagen im Untergeschoss. Indirekte Beleuchtung aus dem Keller setzt einen deutlichen Akzent in der Präsentation hannoverscher Stadtgeschichte. Da sich ein Großteil der Mauer im Innenhof befindet, sieht der Entwurf vor, das Buntglasfenster des Künstlers Gerhard Wendland vom Cord-Borgentrick-Turm zu lösen und frei zu stellen, um einen Durchblick in den Hof zu ermöglichen. In diesem Zuge kann die dringend notwendige Restaurierung zum Schutz und Erhalt des Bildes erfolgen. Durch das Versetzen des denkmalgeschützten Glaskunstwerkes in die Lobby des Gebäudes ist es nicht mehr den Umwelt-Einflüssen ausgesetzt und kann optimal inszeniert werden. Die Fassade wird somit dem Standard der energetischen Sanierung beheizter Räume gerecht, da das einfach verglaste Kunstwerk nun im Innenraum angeordnet wird. Wir gehen an dieser Stelle nicht ausführlicher auf das Versetzen und die Sanierung des Kunstwerks ein und möchten auf die beiliegende Machbarkeitsstudie inkl. anfallender Kosten des Fachplaners für Restaurierung verweisen (Anlage im Um-schlag). Das eingestellte Glaskunstwerk gliedert den zweigeschossigen Raum in eine Lobby, einen zurückgezogenen Be-sprechungsraum auf der Zwischenebene und die notwendige Erschließung im Sinne der Barrierefreiheit. Ein besonderes Anliegen des Entwurfes ist es, das Ensemble der mittelalterlichen Stadtmauerreste mit dem außer dem Beginenturm- letzten noch erhaltenen Wehrturm der inneren Stadtbefestigung wieder freizulegen und erlebbar zu machen. Um die verborgenen Teile der Mauer wieder sichtbar zu machen, wird die Mauer im Foyer bis ins Kellergeschoss freigelegt, so dass deren gesamte Höhe wahrnehmbar wird.

Im nördlichen Baukörper B sind im Sockel ergänzende Gewerbeflächen zum neuen Angebot am Köbelinger Markt vorgesehen. In den Obergeschossen ist ausschließlich Wohnen angedacht. Es entstehen auf drei Etagen jeweils vier Wohnungen unterschiedlicher Größe, die eine Ausrichtung nach Westen erhalten. Beide Gebäudeteile gewährleisten an ihren deutlich ablesbaren Eingangszonen einen barrierefreien Zugang. Die Barrierefreiheit im Gebäudeinneren ist über Aufzüge in den zentralen Treppenhäusern und ausreichende, stufenlose Durchgangs-breiten sichergestellt. Für den Baukörper B ist eine vollständig neue Erschließung vorgesehen, um wirtschaftliche Wohnungen zu schaffen und den brandschutztechnischen Anforderungen in Hinblick auf Abstandsflächen und Rettungsweglängen gerecht werden zu können. Der Kubus, der im Zuge der Umgestaltung ebenfalls eine neue Erschließung erhält, funktioniert nun eigenständig. Ein Erhalt des bestehenden Verbindungsbaus hätte zum einen weitreichende Auswirkungen auf den Brandschutz; zum anderen wird der städtische Raum durch die Neuplanung klarer definiert, da der Kubus keinerlei funktionale und gestalterische Verbindung zum Gebäudeteil B aufweist.

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Daten

Kategorie                                                         

Wettbewerb

Baujahr

2015

Status

Teilnahme

BGF

866

Bauherr

Baum-Gruppe

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